Wie Rechte im Rhein-Main-Gebiet das Thema Gewalt gegen Frauen instrumentalisieren
Zusammenfassung des Artikels
Das Label FrauenLaufen»Frauen laufen für Frauen, ihre Kinder & ihre Männer« , kurz: FrauenLaufen, ist ein Label der rechten Verschwörungsszene, das sich vordergründig für den Schutz von Frauen und Kindern vor sexualisierter Gewalt einsetzt. Unter Forderungen wie »Opferschutz statt Täterschutz« und »Gegen Machtmissbrauch« verbreitet es Rassismus, Biologismus und Antifeminismus. FrauenLaufen entstand im Juli 2025 und führte bis Dezember 2025 Aufzüge in Gelnhausen,… Weiterlesen setzt sich vordergründig für den Schutz von Frauen und Kindern vor sexualisierter Gewalt ein. Es gibt an, weder links noch rechts zu sein, doch es verbreitet Rassismus, BiologismusBiologismus ist eine Ideologie, die menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge nicht als soziale Prozesse begreift, sondern diese (pseudo-)biologisch herleitet. Demnach seien »Naturgesetze« und eine »natürliche Ordnung« für das Miteinander handlungsleitend. Den Individuen, Menschengruppen und Geschlechtern werden »natürliche« und unveränderliche Eigenschaften und Rollen zugeschrieben. So findet eine Naturalisierung des Sozialen statt, die als regressiv bis reaktionär zu verstehen ist. Die Zuschreibung… Weiterlesen und Antifeminismus.
FrauenLaufen führte seit Juli 2025 im Rhein-Main-Gebiet drei Aufzüge durch, an denen zwischen 40 und 80 Personen teilnahmen: In Gelnhausen, Hofheim am Taunus und zuletzt am 20. Dezember in Frankfurt. Die RednerInnen sind bekannte Personen der rechten VerschwörungsszeneAls rechte Verschwörungsszene, rechte Verschwörungsbewegung oder rechtes Verschwörungsmilieu bezeichnen wir das Spektrum der Personen, die eine Verschwörungsmentalität und eine geteilte Identität als »Freiheitsbewegung« und »Wahrheitsbewegung« verbindet. Die Angehörigen der Szene organisieren sich in analogen und virtuellen Gruppen und Plattformen und verfügen über ein eigenes Netzwerk »alternativer Medien«. Mit den Corona-Protesten Anfang 2020 bildete sich eine Bewegung heraus, die sich beständig… Weiterlesen, u.a. Christoph BarthChristoph Barth, genannt Chris, ehemals aus Erzhausen, ist ein bundesweit aktiver und vernetzter Aktivist der rechten Verschwörungsszene. Er vertritt das Label Querdenken, ist ein Macher der Klartext-Bürgerzeitung und hat keine Berührungsängste zu extremen Rechten. Ab März 2020 organisierte Barth Corona-Proteste in Darmstadt und Frankfurt und gründete Querdenken615. Seitdem drängt er in der rechten Verschwörungsszene als narzisstischer Selbstdarsteller in den Vordergrund…. Weiterlesen, Achim WeinackerAchim Weinacker aus Frankfurt ist seit November 2024 hessischer Landesvorsitzender der Partei DieBasis. Er ist seit Beginn der Corona-Pandemie eine exponierte Person der rechten Verschwörungsszene, meldet Aufzüge an und tritt in der gesamten Region als Redner auf. Bei den »Friedensmärschen« der Szene, die seit 2022 jeden Montag in Frankfurt stattfinden, ist er neben Christoph Barth die zentrale Figur. Er gilt… Weiterlesen, Carolin StegmannCarolin Stegmann ist eine langjährige Aktivistin der rechten Verschwörungsszene und eine zentrale Person des Labels FrauenLaufen, das 2025 mehrere Aufzüge im Rhein-Main-Gebiet durchführte. FrauenLaufen setzt sich vordergründig gegen sexualisierte Gewalt ein, verbreitet jedoch Rassismus und Antifeminismus. Stegmann nennt sich »Naturcoach« , Heilpraktikerin und Psychotherapeutin und führt in Münster (Lkr. Darmstadt-Dieburg) eine Praxis für »Gestalttherapie« . Sie gehörte schon 2020 zum… Weiterlesen und Ingrid ReichIngrid Reich aus Neu-Anspach (Taunus) ist eine führende Exponentin der rechten Verschwörungsszene. Sie nimmt bundesweit an einschlägigen Veranstaltungen teil und meldete etliche Aufzüge der Freiheitsfreunde Frankfurt an. Sie repräsentiert das Netzwerk Europeans United und die Initiative Leuchtturm ARD und sitzt im Vorstand des im Mai 2023 gegründeten Vereins Unternehmer stehen auf Deutschland e.V. Wöchentliche »Montagsspaziergänge« der Szene in Bad Homburg dienen… Weiterlesen. Filmer und Streamer der Szene verbreiten die Bilder und Reden der Aufzüge über Soziale Medien und Videoportale.
Zwischen den Teilnehmenden von FrauenLaufen und den rechten »Familien-Schutz-Demos«Das Format »Familien-Schutz-Demo« entstand 2023 in der rechten Verschwörungsszene. Unter dem Label fanden am 17. September und 12. November 2023 zwei Aufzüge in Aschaffenburg mit jeweils knapp 100 Teilnehmenden statt. Die »Familien-Schutz-Demo« propagiert eine rechte Familien- und Anti-Genderpolitik. Dazu wird behauptet, dass es einen Plan der Eliten gäbe, die »traditionelle Familie« zu zerstören. Die zentrale Forderung »Keine Diskriminierung der traditionellen… Weiterlesen 2023 in Aschaffenburg besteht eine große Schnittmenge. Die »Familien-Schutz-Demos« forderten den „Erhalt der traditionellen Familie“ und spannten den Bogen von Genderpolitik über Homosexualität zur Pädokriminalität.
Auf den Aufzügen von FrauenLaufen wurden Tafeln mit rassistischen Botschaften gezeigt z.B. »Der Bevölkerungsaustausch findet statt und Remigration ist die Lösung«. Die RednerInnen stellen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder als ein in erster Linie aus dem arabischen Raum importiertes Problem dar. Auch behaupten sie, dass diese Gewalt ab 2015 durch Migration sprunghaft zugenommen habe.
Eine weitere inhaltliche Säule von FrauenLaufen ist Antifeminismus. Die Teilnehmenden sehen im Frausein eine rein biologische Realität. Eine binäre Geschlechterordnung und heterosexuelle Identität sind für sie Gesetz der Natur. Feministinnen sind für sie Gegnerinnen im Kampf darum, wer in der Gesellschaft die »echte« Weiblichkeit verkörpert.
In Hofheim wurde der Aufzug von FrauenLaufen von antifaschistischen Protesten begleitet, in Frankfurt blieben diese aus. Dies wird von der Rechten als Erfolg bewertet.
Für den 7. Februar ist die nächste Demonstration von FrauenLaufen in der Frankfurter Innenstadt angekündigt.
Ein neues Label der rechten Szene nennt sich »Frauen laufen für Frauen, ihre Kinder & ihre Männer«, kurz FrauenLaufen. Es setzt sich vordergründig für den Schutz von Frauen und Kindern vor sexualisierter Gewalt ein – doch es verbreitet Rassismus, Biologismus und Antifeminismus. Ihre SprecherInnen sind die üblichen Verdächtigen der rechten Verschwörungsszene. FrauenLaufen führte im Rhein-Main-Gebiet bisher drei Aufzüge durch, der nächste soll am 7. Februar in Frankfurt stattfinden.
Die rechte Initiative FrauenLaufen formierte sich infolge eines Vorfalles in einem Schwimmbad in Gelnhausen am 22. Juni 2025. Mehrere Männer hatten dort Mädchen und junge Frauen sexuell belästigt. Dass die Tatverdächtigen Syrer waren, war für Rechte willkommener Anlass, gegen Migration zu hetzen.
Zum ersten Aufzug von FrauenLaufen am 7. Juli in Gelnhausen kamen knapp 60 Personen, am 20. September in Hofheim am Taunus waren es 80 und am 15.November in Neustadt an der Weinstraße 30 Teilnehmende. Der vorerst letzte Auftritt fand am 20. Dezember in Frankfurt statt. Knapp 40 Personen versammelten sich zu einer Kundgebung vor dem Einkaufszentrum MyZeil und zogen danach als Demonstration durch die City. In Hofheim störte eine Gruppe von Antifaschist*innen, mobilisiert von den Omas Gegen Rechts, den Aufzug, worauf dessen RednerInnen sogleich das Verbot der Antifa forderten. In Frankfurt blieb Protest aus.
Der Kreis der Teilnehmenden von FrauenLaufen spiegelt den Kern der rechten Verschwörungsszene. Es drängen die bekannten Personen der Szene an die Mikrofone, so Christoph Barth, Achim Weinacker, Tanja LichtlTanja Lichtl aus Heidesheim (Rheinhessen) tritt in der rechten Verschwörungsszene als Versammlungsleiterin und Rednerin auf. Sie ist u.a. für das Netzwerk FreiEinig – Hambacher Bund und für Deutschland steht auf – Neustart Demokratie aktiv. Als im Sommer 2022 die Corona-Proteste vorrübergehend verflachten, organisierte Lichtl in Mainz »Vernetzungsspaziergänge«, um den harten Kern zu binden. Im selben Jahr übertrug sie die medienfeindliche… Weiterlesen, Carolin Stegmann, Ingrid Reich und Kal A. VoyatzisKal A. Voyatzis ist eine bundesweit bekannte Person der rechten Verschwörungsszene. Er ist Kleindarsteller und tritt häufig in einem Superman-Kostüm unter dem Namen »Kal A. Superman« auf. Er kommt aus Nordrhein-Westfalen, nimmt jedoch seit Ende 2024 oft mehrmals die Woche an Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet teil, was nahelegt, dass er zur Zeit hier in der Region seinen Lebensmittelpunkt hat. Der Vorname… Weiterlesen. Selbst Bruno StengerBruno Stenger ist der Gründer und das Gesicht der Gruppe Aschaffenburg Steht Auf (ASA) und für deren Social-Media-Aktivitäten verantwortlich. Er tritt seit 2021 als Veranstalter von und Redner auf verschwörungsideologischen Versammlungen in Erscheinung. Auf Facebook schreibt er von einem »Bevölkerungsaustausch« in Deutschland und meint damit den Verschwörungsmythos vom »Großen Austausch«. 2023 wurde er zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil er… Weiterlesen hielt in Hofheim eine kurze Rede, jedoch nur, um der Versammlung seine neue Partnerin vorzustellen.
Die männlichen Teilnehmer der Aufzüge übertreffen sich gegenseitig in paternalistischem Gehabe. Am Anfang des Livestreams aus Gelnhausen von DauerwelleDemoReportDauerwelle Demo Report, auch DauerwelleDemoReport, ist das Label des Streamers Paul Hildebrand aus Michelstadt (Odenwald). Unter diesem Namen betreibt er Nutzerprofile auf X (ehemals Twitter) und Telegram sowie einen Kanal auf YouTube. Hildebrand ist ein professioneller Bewegungsunternehmer und »Hofberichterstatter« des Spektrums der Klartext-Bürgerzeitung und von Rhein-Main-steht-auf. Er steht der AfD nahe. Hildebrand zeichnet mehrmals die Woche Veranstaltungen der Szene auf,… Weiterlesen sagt Christoph Barth in die Kamera: »Wir unterstützen heute die Mädels beim FrauenLaufen und halten uns als Männer mal zurück, was mir sichtlich schwer fällt«. Was selbstironisch anklingt, ist die nackte Wahrheit. Dies funktioniert auch nicht: Barth und Voyatzis lassen es sich auch auf FrauenLaufen-Aufzügen nicht nehmen, ständig Reden zu halten.

Von »Familien-Schutz-Demos« zu »FrauenLaufen«
Von FrauenLaufen erklingen Forderungen nach Selbstbestimmung, körperlicher Unversehrtheit, Opferschutz, nach einer »gleichberechtigten Gesellschaft« sowie »gegen jede Form von Machtmissbrauch«. In einer Rede in Gelnhausen wurde gar gesagt, man setze sich für sexuelle Selbstbestimmung ein. Wie verlogen dies ist, wird spätestens beim Blick in die Social Media-Kanäle und in der Rückschau auf die »Familien-Schutz-Demos« von 2023 deutlich. Denn zwischen den Teilnehmenden der »Familien-Schutz-Demos« und FrauenLaufen besteht eine große Schnittmenge. Selbst das Transparent der »Familien-Schutz-Demos« (»Schützt unsere Familien und Kinder!«) wurde für die FrauenLaufen-Aufzüge wieder ausgepackt.
Die »Familien-Schutz-Demos« fanden am 17. September und 12. November 2023 in Aschaffenburg statt. Die jeweils ca. 100 Teilnehmenden propagierten eine rechte Familien- und Anti-Gender-Politik. Unter anderem wurde behauptet, dass es einen Plan der Eliten gäbe, die »traditionelle Familie« zu zerstören, um die Weltbevölkerung zu reduzieren. Redner wie Christian SteidlDer Biochemiker Dr. Christian Steidl aus Münster bei Dieburg verbreitet Desinformationen und Verschwörungsmythen zu Gender-Politik, zur Corona-Pandemie und zum Klimawandel. Er vertritt ein reaktionäres Familien- und Geschlechterbild und war bis Dezember 2024 Vorsitzender des Vereins ElternStehenAuf e.V. Steidl saß bis 2016 für die CSU im Kreistag von Miltenberg und trat Anfang 2025 aus der Partei aus. Er war Landesvorsitzender Hessen… Weiterlesen, der aktuell als Kandidat der AfDDie AfD ist ein Sprachrohr der rechten Verschwörungsszene. PolitikerInnen der AfD im Rhein-Main-Gebiet verbreiten rechte Verschwörungsmythen vom »Great Reset«, »Großen Austausch«, »Hooton-Plan« u.a. Beispiele sind Ramona Storm, Frank Grobe, Sandra Scheld. Andreas Lichert, Landessprecher der AfD in Hessen, schwadroniert über eine »Symbiose von Öko-Sozialisten und Großkapital« zur Durchsetzung eines »Ökosozialismus«. Hartmut Issmer wettert in Reden gegen eine »internationale Hochfinanz«, die… Weiterlesen zu den Kommunalwahlen im März 2026 antritt, spannten den Bogen von Genderpolitik über Homosexualität zur angeblichen »Frühsexualisierung«Der Diskurs-Atlas Antifeminismus schreibt: »Mit dem Argument einer befürchteten ›Frühsexualisierung‹ wird häufig versucht Sexualaufklärung und eine Pädagogik der Vielfalt an Schulen zu delegitimieren und in der Folge einzuschränken bzw. zu verhindern. Insbesondere richtet sich der Begriff gegen die Aufklärung über kindliche und jugendliche Sexualität, sowie homosexuelle Lebensweisen und Heteronormativität.« Das Schlagwort der »Frühsexualisierung« geht oft einher mit einer Hetze gegen… Weiterlesen von Kindern und von dort zur Pädokriminalität.
Dass der Kreis der »Familien-Schutz-Demos« nur zwei Jahre später mit Parolen der Frauenrechtsbewegung aufläuft, ist ein Beispiel für sogenanntes Femwashing durch Rechte. Der Begriff Femwashing beschreibt die Strategie, sich aus Imagegründen feministische Themen anzuheften, ohne jedoch dafür einzustehen.

Rassismus in Gelnhausen
Für ihren ersten Aufzug am 7. Juli mobilisierte FrauenLaufen unter dem Motto »Weder links noch rechts sondern entsetzt« nach Gelnhausen. Die Versammlungsleiterin und Rednerin Carolin Stegmann war umgeben von Schildern und Transparenten mit Aufschriften wie »Kinderschänder zurück in ihre Länder« und »Der Bevölkerungsaustausch findet statt und Remigration ist die Lösung« (siehe »Der Große Austausch«)Hinter den Begriffen »Großer Austausch«, »Bevölkerungsaustausch« und »Umvolkung« steht der Glaube, dass ein von langer Hand geplanter Austausch der weißen, europäischen Bevölkerung zugunsten »fremder« und muslimischer Einwanderer*innen stattfinden würde. Dieser Verschwörungsmythos ist rassistisch wie antisemitisch besetzt. Demnach wolle eine »globalistische Elite« die Kulturen und »Völker« des westlichen Europas auflösen, um identitätslose Einheitsmenschen zu schaffen. Die Einwanderung aus dem Süden und… Weiterlesen.
Die extrem rechte Aktivistin Karin KieckhäferKarin Kieckhäfer aus Kahl am Main ist eine Exponentin der rechten Verschwörungsszene. Sie verbreitet die Klartext-Bürgerzeitung, drängt auf rechten Aufzügen in den Vordergrund und führt eigene Aktionen gegen »Klimawahn« und »Massenmigration« durch, auf denen sie sie sich rassistisch und LGBTQ-feindlich äußert. Auf Aufzügen trägt sie häufig ein Schild, das die LGBTQ-Community mit Pädokriminalität und dem Verschwörungsmythos der »Neuen Weltordnung« in… Weiterlesen aus Kahl am Main, gekleidet in ein Shirt mit Aufschrift »Eure Vielfalt kotzt mich an«, klagte im Livestream von DauerwelleDemoReport darüber, dass den Opfern der rassistischen Morde von Hanau am 19. Februar 2020 für angeblich »über drei Millionen von unseren Steuergeldern« eine Gedenkstätte errichtet würde, während »Menschen, die von Migranten erstochen und ermordet« würden, kein Gedenken erhielten.
Unter den 60 Teilnehmenden war eine sechs Personen starke Gruppe der neonazistischen Partei Die Heimat, die ein Transparent der Parteijugend Junge Nationalisten trug. Der Aufzug verdeutlichte einmal mehr die Kräfteverschiebung im (extrem) rechten Spektrum im Rhein-Main-Gebiet: Neonazigruppen wie Die Heimat fehlen die Ressourcen für eigene Mobilisierungen, stattdessen schließen sie sich den Aufzügen des Klartext-Spektrums an, froh darum, einen Raum zu finden, wo sie sich präsentieren können und willkommen geheißen werden.

Die zentrale Person: Carolin Stegmann
Carolin Stegmann trat auf allen drei Aufzügen von FrauenLaufen als Versammlungsleiterin und Rednerin auf. Die 60-jährige nennt sich Heilpraktikerin, Psychotherapeutin und »Naturcoach« und führt in Münster (Lkr. Darmstadt-Dieburg) eine Praxis für »Gestalttherapie«.
Stegmann ist eine bekannte Person der rechten Verschwörungsszene. Sie gehörte schon 2020 zum Kreis von Querdenken615 in Darmstadt und gründete im Sommer 2021 zusammen mit Ulrike Plapp (Querdenken615) und dem Verschwörungsideologen Thorsten Miertsch die Initiative Gemeinsam gegen Einsam. Die Initiative führte mehrere Kundgebungen durch, auch trat Stegmann überregional auf Aufzügen der Szene auf und warb für diese. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt war, die Corona-Maßnahmen und insbesondere die Maskenpflicht als »neue Formen der Diskriminierung« anzuklagen.
Im Jahr 2022 versandeten die Aktivitäten von Gemeinsam gegen Einsam. Stegmann nahm weiterhin an Aufzügen teil, hielt Reden auf Demonstrationen von FreiEinigDas Netzwerk FreiEinig – Hambacher Bund (FreiEinig) ist ein Knotenpunkt der rechten Verschwörungsszene in Süddeutschland. Unter dem Label sind 50 Gruppen zusammengeschlossen, die beständig kleinere oder größere Veranstaltungen am Hambacher Schloss (Neustadt an der Weinstraße) durchführen bzw. sich an diesen beteiligen. Darunter sind Gruppen mit linkem Selbstverständnis, bspw. der Deutsche Freidenker-Verband. Am 28. Mai 2022 zwangen 2.500 Personen der rechten… Weiterlesen in Neustadt an Weinstraße und auf »Montagsdemonstrationen«Das Label »Friedensmarsch« entstand in der rechten Verschwörungsszene nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Er findet jeweils wöchentlich an mehreren Orten im Rhein-Main-Gebiet statt. Treffpunkt in Frankfurt ist montags an der Konstablerwache. Passant*innen stellt man sich als »Frankfurter Friedensbewegung« vor. Die Zahl der Teilnehmenden schwankt konjunkturell und witterungsabhängig zwischen 30 und 100 Personen. Auf den Aufzügen werden unterschiedliche… Weiterlesen der Klartext-Bürgerzeitung in Frankfurt, wo sie bezüglich Corona von einer »Plandemie«»Plandemie« ist eine Wortschöpfung der rechten Verschwörungsszene, die ausdrückt, dass man in der Entstehung und Verbreitung des Corona-Virus als auch im staatlichen Umgang damit einen Plan zu erkennen glaubt. Es wird u.a. behauptet, dass das Virus im Rahmen eines medizinischen Experiments gezielt in Umlauf gebracht worden sei, oder dass die gesundheitlichen Gefahren durch das Virus durch mediale Desinformation (»Lügenpresse«) übertrieben… Weiterlesen sprach. Am 25. Mai 2024 führte sie in Frankfurt mit ihrem PKW einen Aufzug von Deutschland Steht Auf – Neustart Demokratie an, an dem 500 Personen teilnahmen.
Mit ihrem Demoschild »Weder links noch rechts sondern entsetzt« ist sie seit Jahren ein häufiges Fotomotiv – weil es absurd anmutet, wenn sie mit dieser Aussage (so beispielsweise am 7. Juni 2024 in Mannheim) auf einer AfD-Kundgebung inmitten von AfD-AnhängerInnen steht.
In ihren Reden distanziert sich Stegmann wortreich von »Ausländerfeindlichkeit«. Lächelnd verkündet sie, dass derartige Vorwürfe an ihr abprallen würden, da sie selbst im Ausland aufgewachsen sei und deshalb wisse, »wie sich Ausländerfeindlichkeit gegen Deutsche auswirkt« (Redebeitrag in Neustadt an der Weinstraße am 15. November 2025). Das Wort Rassismus kommt ihr nicht über die Lippen. Dass sie, die in ihrer Kindheit als weiße Deutsche in der Schweiz lebte, sich implizit mit den Betroffenen rassistischer Gewalt in Deutschland gleichsetzt, zeigt, dass sie offensichtlich nichts über das Wesen des Rassismus verstanden hat.

Sexualisierte Gewalt als »importiertes« Phänomen
Für Stegmann ist sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder in erster Linie ein kulturfremdes und importiertes Problem. Mit ihren Aussagen erweckt sie den falschen Eindruck, als habe diese Gewalt ab 2015 durch Migration sprunghaft zugenommen, als sei es für Frauen und Mädchen in Deutschland seitdem viel gefährlicher geworden, auf die Straße oder ins Schwimmbad zu gehen.
Sie sagt: »Wir verteidigen unsere mitteleuropäischen Werte der letzten Jahrzehnte« (Rede in Gelnhausen). Sie fordert »Deutsche in deutsche Gefängnisse, Ausländer raus«. Straffällige Ausländer sollten abgeschoben werden, »schlicht und ergreifend weil es unsere Steuern sind, mit denen wir noch dazu bezahlen« (Rede in Frankfurt).
Dass es auch deutsche Täter und häusliche Gewalt gibt, erwähnt Stegmann nur in wenigen Sätzen. Stattdessen geht sie lang und breit auf die Übergriffe in der Silvesternacht 2015 in Köln und 2025 im Schwimmbad in Gelnhausen ein, in denen sie eine Praxis des »Taharrusch dschama’i« zu erkennen glaubt. Der arabische Begriff »Taharrusch dschama’i« beschreibt das sexuelle Bedrängen von Frauen durch Männergruppen bei Veranstaltungen und auf öffentlichen Plätzen. Derartige Vorfälle wurden in der Vergangenheit vor allem in Ägypten von betroffenen Frauen beschrieben und sind zweifelsohne Realität. Stegmann überträgt Vorfälle, wie sie in der Vergangenheit auf dem Tahrir-Platz in Kairo geschahen, bruchlos auf den Kölner Bahnhofsvorplatz. In dem sie diese »Taharrusch dschama’i« benennt, exotisiert sie die Gewalt. Übergriffe wie in Gelnhausen erscheinen dadurch als ein genuin arabisches Phänomen.
Gewalt gegen Frauen und insbesondere die Zuspitzung in der Tötung von Frauen weil sie Frauen sind (Femizide) ist anhaltend hoch. Dies belegen Statistiken.
Stegmann zeigt sich über Zahlen des Bundeskriminalamtes alarmiert, die zeigen würden, dass die Zahl der Sexualstraftaten in den vergangenen Jahren laut ihren Worten »drastisch, drastisch« angestiegen sei. Tatsächlich weisen offizielle Kriminalstatistiken einen kontinuierlichen Anstieg der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung seit 2015 aus. Darüber glauben Rechte belegen zu können, dass die Migration im Jahr 2015, also »ausländische Täter«, dafür verantwortlich seien. Was diese wie auch Stegmann nicht wahrnehmen (wollen) ist, dass der statistische Anstieg im erheblichen Maße darauf zurückzuführen ist, dass in den vergangenen Jahren das Strafrecht mehrfach geändert wurde und die Bereitschaft zunahm, Übergriffe zu verfolgen.

Antifeminismus als tragende Säule
Frauen wie Carolin Stegmann und Tanja Lichtl entsprechen nicht dem Typ der rechten »TradWifes« (Traditional Wifes), jener Frauen, die ihre Erfüllung als Hausfrauen und Mütter finden und dies stolz über Social Media mitteilen. Sie inszenieren sich stattdessen als Powerfrauen, die ihr Leben selbstbestimmt führen und betonen ihren »Wert« für die Gesellschaft, von der sie wiederum Schutz einfordern. Jedoch sehen sie in ihrem Frausein eine rein biologische Realität und im Muttersein eine Vorbestimmung. Eine binäre Geschlechterordnung (»Es gibt nur Mann und Frau«) und heterosexuelle Identität sind für sie Gesetz der Natur. Hier verschwimmt ein esoterischesEsoterik umfasst ein breites Spektrum von »geheimen Lehren« abseits der Wissenschaft, in denen Spiritualität (das Gefühlte, das Seelische) über Rationalität gestellt wird und die nur Eingeweihten zugänglich sind. Der Esoteriker Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, schrieb, »dass es hinter der sichtbaren Welt eine unsichtbare, […] verborgene Welt gibt und dass es dem Menschen […] möglich ist, in diese verborgenen Welten… Weiterlesen Welt- und Menschenbild, von dem Stegmann, Lichtl und viele andere Frauen ihrer Szene geprägt sind, mit rechter Ideologie.
In feministischen Frauen sehen sie Gegnerinnen im Kampf darum, wer in der Gesellschaft die »echte«, die »wahre« Weiblichkeit verkörpert. Frauen in Führungspersonen wird häufig vorgeworfen, dass sich diese vermännlichen und ihr Geschlecht verraten würden – wobei dies auf Frauen wie Annalena Baerbock zielt, jedoch nicht auf die AfD-Vorsitzende Alice Weidel, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt.
Zudem wird feministische Politik in Verschwörungserzählungen eingeflochten. Man glaubt unter anderem, dass es einen Plan »der Eliten« zur Reduzierung der Weltbevölkerung gebe und dass darin Feminismus und gleichgeschlechtliche Lebensweisen als Mittel eingesetzt würden, Familien zu zerstören, um darüber die Geburtenrate zu senken.
Auch werden Frauen, die das Wort ergreifen und sich als fortschrittlich zu erkennen geben, häufig in ihrem Äußeren abgewertet. Auffallend ist, dass sich die RednerInnen von FrauenLaufen immer wieder gegenseitig versichern, wie schön (begehrenswert) sie doch seien.
Die Bigotterie der Szene ist offensichtlich. In seiner Rede in Hofheim wünscht sich Christoph Barth eine Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen »lachen können, ohne begafft zu werden«. Und im Instagramkanal der Klartext-Bürgerzeitung (klartextrm) wird zwischen den Aufrufen zu FrauenLaufen-Demonstrationen über die Forderung der Grünen-Politikerin Katharina Dröge gelästert, das »Catcalling« unter Strafe zu stellen. In einem Kommentar zu Dröge in klartextrm heißt es, sie sei »verkniffen«, »unästhetisch« und »vom Aussehen benachteiligt«. Zudem wird von klartextrm Propaganda gegen das Recht auf Abtreibung betrieben.

Das Bündnis mit »Thomas Unbreakable«
Die Initiative für den Auftritt am 20. Dezember in Frankfurt war ursprünglich nicht von FrauenLaufen ausgegangen. Für diesen Tag hatte »Thomas Unbreakable« eine Kundgebung unter dem Motto »Höhere Strafe für Pädophile und Sexualstraftäter« angekündigt. An diese hatte sich FrauenLaufen angehängt und eine nachfolgende Demonstration organisiert.
Bei »Thomas Unbreakable« handelt es sich um den Frankfurter Michael Thomas Klempert, einen ehemaligen Profiboxer, der seit November 2023 in Frankfurt in unregelmäßigen Abständen Mini-Demonstrationen und -kundgebungen »zum Schutz unserer Frauen und Kinder« durchführt. Auf Instagram folgen ihm über 31.000 Personen. Doch das hat wenig Aussagekraft: Zu seiner bis dato letzten Kundgebung am 27. September 2025 am Rande der Frankfurter Zeil kamen gerade einmal sieben Leute. Bei seiner ersten Kundgebung am 19. November 2023 waren es noch 30 – nur drei davon waren Frauen.
In den Sozialen Medien und durch seine Kleidung stellt Klempert seine Affinität zur Hooliganszene und zum Rotlichtmilieu offen zur Schau. 2020 rief er zu einer Aktion »Grünes Licht für Rotlicht« auf. Auch bei verschiedenen Corona-ProtestenDer Begriff »Corona-Proteste« fasst die Aktivitäten zusammen, die von einem Spektrum getragen werden, das sich »Corona-Rebellen« nennt und sich vordergründig gegen Einschränkungen durch Corona-Maßnahmen und gegen einen angeblichen »Impfzwang« wendet(e). Dort wird im allgemeinen Konsens die Gefährlichkeit des Virus geleugnet und es werden Verschwörungsmythen und Falschinformationen zur Pandemie und zu Impfungen verbreitet. Aus den Corona-Protesten wuchs die rechte Verschwörungsszene. Zu… Weiterlesen war er dabei, unter anderem nahm er am 1. August 2020 in Berlin an einer bundesweiten »Corona-Demo« teil.
Am 15. Dezember 2025 tauchte Klempert auf dem Klartext-»Friedensmarsch« in Frankfurt auf, um für seine Kundgebung am 20. Dezember zu werben. Im Gespräch mit Paul HildebrandPaul Hildebrand aus Michelstadt im Odenwald ist das Beispiel eines Aktivisten, der sich in den Corona-Protesten als Bewegungsunternehmer professionalisierte. Bis zum Beginn der Pandemie 2020 war er im politischen Geschehen unbekannt gewesen. Er gründete den Versandhandel Pauls Shop mit Adresse in Michelstadt, über den er für sein politisches Milieu Bekleidung, Aufkleber, Bücher, Transparente und Accessoires bis hin zu Einkaufsmarken anbietet…. Weiterlesen in DauerwelleDemoReport sagte er, er sei aus Überzeugung Anhänger der AfD. Auf seinem Instagram-Profil bekennt er sich neben der AfD zur neonazistischen Anti-Antifa und zum christlichen Glauben, beispielsweise durch Shirts mit der Aufschrift »I love Jesus«.
In seiner Rede am 20. Dezember vor MyZeil erzählte Klempert blanken Unsinn, wie etwa dass man in Deutschland für Schwarzfahren höhere Strafen erhalten würde als für Vergewaltigungen. Sich und »seine Jungs« – womit er wohl imaginierte Rotlicht-Kumpane meint – bietet er als Schutztruppe für »unsere Frauen« an.
Klempert empfindet die Unterstützung, die er von FrauenLaufen erhielt, »richtig Bombe«. Für dem 7. Februar ist der nächste gemeinsame Auftritt geplant. Die Demonstration soll durch die Frankfurter City ziehen, das Motto lautet: »Kein Missbrauch oder kollektives Getatsche – auch nicht zur Faschingszeit«.


Die Vorführung
Verstörend war der Auftritt von Aruna Sunita Baronner bei FrauenLaufen am 20. Dezember an der Frankfurter Hauptwache. Baronner zählt zum Kern der rechten Verschwörungsszene. Sie nahm neben FrauenLaufen auch an Aufzügen von Gemeinsam für DeutschlandDas Label Gemeinsam für Deutschland (GfD) entstand im März 2025 aus einer rechten Vernetzung in WhatsApp-Gruppen sowie Telegram- und TikTok-Kanälen. GfD verfolgt das Konzept, an einem festgelegten Tag im Monat in jedem Bundesland einen Aufzug durchzuführen. Die Hoffnung, zur Massenbewegung zu wachsen, erfüllt sich bislang nicht. Auf Veranstaltungen von GfD wird das typische rechte Themenspektrum bearbeitet: Gegen Linke, Einwanderung und… Weiterlesen teil und ist fast jeden Montag beim »Friedensmarsch« des Klartext-Kreises dabei. Sie fällt dadurch auf, dass sie den Aufzügen weiß gekleidet mit einer Klangschale und Klöppel vorangeht.
Nachdem der als Weihnachtsmann kostümierte Kal A. Voyatzis sie beim Frankfurter Aufzug mit den Worten ankündigte, man habe heute »jemand ganz Besonderes« eingeladen, erzählte Baronner von ihrer Kindheit, in der sie aus Indien in eine deutsche Adoptivfamilie gebracht wurde, von ihren Rassismuserfahrungen auf der Schwäbischen Alb, von sexuellem Missbrauch, den sie in der deutschen Familie erlebte und von ihrer Mutterrolle, die sie heute ausfüllt.
Was zunächst wie Empowerment klingen mag, erscheint höchst bedenklich mit Blick auf den Rahmen, in dem diese Erzählung stattfand. So sagte Baronner, dass sie gerade zum ersten Mal vor vielen Leuten über ihre Geschichte reden würde und dass sie eigentlich gar nicht gerne darüber redet. Mehrfach kämpfte sie mit den Tränen. Neben ihr standen Weihnachtsmann Voyatzis, der sie zum Weiterreden animierte, und Tanja Lichtl, die sie mitleidig im Arm hielt und ihr ständig Küsse gab. Mehrere Male übernahm Voyatzis das Mikrofon, um das Gesagte in seinem Sinne einzuordnen und dem hinzuzufügen, dass Baronner wegen ihres Engagements in der Szene als »Nazi« beschimpft würde.

Was hier passierte, ist politischer und persönlicher Missbrauch. Eine Person, die zweifellos Schlimmes erlebt hat und ehrliche Zuwendung braucht, wird der Öffentlichkeit vorgeführt. Ihre Geschichte wird instrumentalisiert, um das Publikum zu emotionalisieren und um sich selbst das Gefühl zu vermitteln, auf der Seite der Diskriminierten und Benachteiligten zu stehen. In den Sozialen Medien und im YouTubel-Kanal DauerwelleDemoReport des AfD-Anhängers Paul Hildebrand wird der Auftritt von Baronner nun als ihre »unglaubliche Geschichte« ausgeschlachtet.
Ohne Widerspruch durch die City
Die rechte Verschwörungsszene hat sich in den vergangenen Jahren einiges einfallen lassen, um vom Schwurbel-Image loszukommen. Es gründeten sich verschiedene Bürgerinitiativen und Aktionsgruppen, die zu ihren Demonstrationen, »Friedensmärschen« und Mahnwachen jedoch immer die selben Personen mobilisieren. Mit FrauenLaufen ist nun ein weiteres Label hinzugekommen.

Die Teilnahmezahlen von FrauenLaufen erscheinen zunächst nicht besorgniserregend. 60 Personen in Gelnhausen, die bis zu 100 Kilometer anreisten und von denen sich auf Nachfrage nur eine einzige dazu bekannte, aus Gelnhausen zu sein, 80 Personen in Hofheim sowie 40 Personen in Frankfurt, die unter anderem aus dem Odenwald, dem Hintertaunus, dem Wetteraukreis und Mainz kamen. Doch sind die Aufzüge stets begleitet von Filmern und Streamern, die die Bilder und Reden über Soziale Medien und Videoportale verbreiten. Daraus schöpfen die Teilnehmenden Motivation.
FrauenLaufen verbindet unterstützenswerte Forderungen wie »Frauen sind kein Freiwild« und »Opferschutz statt Täterschutz« mit rassistischen und antifeministischenAntifeministische Ideologie richtet sich gegen feministische Forderungen und Errungenschaften. Sie ist oft in einem inhaltlichen Komplex mit LGBTQ-Feindlichkeit und der Ablehnung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung verbunden. Insbesondere ist Antifeminismus eine »Brückenideologie«, über die sich Allianzen von konservativen, extrem rechten, verschwörungsideologischen, rechtsesoterischen und religiös-fundamentalistischen Spektren bilden. In der rechten Verschwörungsszene hat Antifeminismus unterschiedliche Ausprägungen. Gruppen wie ElternStehenAuf sowie die Aschaffenburger »Familien-Schutz-Demos«… Weiterlesen Botschaften. Das ist infam. Dass ihre Demonstration am 20. Dezember 2025 ohne Widerspruch durch die Frankfurter City ziehen konnte, verbuchen die Rechten als einen Erfolg.
Am 7. Februar soll nun der nächste Aufzug von FrauenLaufen stattfinden. Das Motto »Kein Missbrauch oder kollektives Getatsche – auch nicht zur Faschingszeit« lässt für Außenstehende nicht erkennen, dass es sich dabei um eine Veranstaltung von AfD-AnhängerInnen, rechten EsoterikerInnen, ReichsbürgerInnen und Neonazis handelt.
