Corona-Proteste

Buttons einer Teilnehmerin der Corona-Proteste im Frühjahr 2022. © ASVI

Der Begriff »Corona-Proteste« fasst die Aktivitäten zusammen, die von einem Spektrum getragen werden, das sich »Corona-Rebellen« nennt und sich vordergründig gegen Einschränkungen durch Corona-Maßnahmen und gegen einen angeblichen »Impfzwang« wendet(e). Dort wird im allgemeinen Konsens die Gefährlichkeit des Virus geleugnet und es werden Verschwörungsmythen und Falschinformationen zur Pandemie und zu Impfungen verbreitet. Aus den Corona-Protesten wuchs die rechte Verschwörungsszene.

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 formierten sich Proteste gegen die Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen. Diese zogen massiv Rechte an, die zumeist akzeptiert wurden und die Proteste als ihr Aktionsfeld erschlossen. Was anfangs als »konformistische Rebellion« galt, wurde zur »regressiven Rebellion«. Auffallend ist die biologistische Weltsicht vieler Teilnehmender, ihr gesellschaftsfeindlicher Freiheitsgedanke sowie ein allgegenwärtiger Antisemitismus.

Als die staatlichen Corona-Maßnahmen 2023 ausliefen, wendeten sich die Proteste weiteren Themen zu: Krieg gegen die Ukraine, angebliche »Klimalüge«, Bargelderhalt etc. Man verbreitet weiter Falschinformationen zum Corona-Virus, zu Impfschäden sowie einer angeblich hohen Zahl von Impftoten.

Darüber hinaus gab es Proteste, die sich gegen die staatlichen Corona-Verordnungen richteten, sich jedoch deutlich von den »Corona-Rebellen« distanzierten und in denen die Gefährlichkeit des Corona-Virus und die Schutzbedürftigkeit von Menschen aus »Risikogruppen« nicht in Frage gestellt wurde. Diese sind vom Begriff »Corona-Proteste« ausgenommen.

aktualisiert 22.12.2025