Trumpismus

Holger Matthes sowie TrainerInnen und AnhängerInnen seiner Kampfsportschule Fight Arena in Wiesbaden posieren mit Bekenntnissen zu Donald Trump und zum QAnon-Mythos (»Q«). Das Transparent »WLADIMIR DONALD GIVE US FREE« wird vor allem in der Szene der Reichsbürger gezeigt. Quelle: Instagram

Obwohl der US-amerikanische Präsident Donald Trump vielfach der Lügen und Bereicherung überführt ist, hat er in vielen rechten Kreisen das Image des aufrichtigen Anti-Politikers, der gegen ein korruptes Establishment kämpfe. Seine Politik wird insbesondere vom rechten Proprietarismus unterstützt. Für Reichsbürger ist er der Hoffnungsträger, der Deutschland die (angeblich fehlende) Souveränität verschaffen soll. Anhänger*innen des »QAnon«-Kultes verehren ihn quasi religiös als Heilsbringer.

Trumps Ideologie und sein Regierungsstil werden als Trumpismus beschrieben. Sie sind nationalistisch, populistisch, sexistisch, minderheitenfeindlich, chauvinistisch, personenzentriert und autoritär, zugleich marktradikal und sozialstaatsfeindlich.

Bekenntnisse zu Trump waren in der rechten Verschwörungsszene bis 2026 stets zu finden. Dort wurden häufig Symbole des Trumpismus gezeigt, so das Kürzel »MAGA« (»Make American great again«) und der Spruch »Let’s go Brandon«. Auch wird in der Szene die Lüge vom angeblichen Wahlbetrug verbreitet, die Trump 2020 um eine weitere Amtszeit als US-Präsident gebracht haben soll. Der Angriff von Trump-Anhänger*innen auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 nach der verlorenen Präsidentschaftswahl wird teils für legitim erklärt, teils als eine inszenierte und von der Antifa gesteuerte Aktion dargestellt.

Aufgrund der kriegerischen Politik der Trump-Administration und seiner der deutschen Wirtschaft schadenden Zollpolitik sind die Bekenntnisse zu Trump in Teilen der rechten Verschwörungsszene im Lauf des Jahres 2026 jedoch stark zurückgegangen.

aktualisiert 16.04.2025