QAnon

»QAnon«-Anhänger auf einem Corona-Protest am 16. Mai 2020 in Frankfurt. © P. E.

Der »QAnon«-Mythos entstand 2017 in den USA. Er spann sich zunächst um die Behauptung eines »tiefen Staats«, der Donald Trump stürzen wolle. Kern der Erzählung ist heute, dass eine geheime Elite jährlich tausende von Kindern entführen und töten lasse, um aus deren Blut einen Stoff zur Verjüngung (»Adrenochrom«) zu gewinnen. So wurde »QAnon« zur Weitererzählung der aus dem Mittelalter stammenden antisemitischen Ritualmordlegende, die fantasierte, dass Jüd*innen christliche Kinder entführen und töten würden, um deren Blut für rituelle und medizinische Zwecke zu gebrauchen.

Untersuchungen 2021 und 2023 ergaben, dass viele Millionen Menschen in der USA an die »QAnon«-Erzählungen glauben. In Deutschland gibt es eine signifikante Schnittmenge von Reichsbürgern und »QAnon«-Gläubigen.

Bei den Corona-Protesten im Rhein-Main-Gebiet machen sich seit Anfang an »QAnon«-AnhängerInnen durch entsprechende Symbole sichtbar, beispielsweise durch Kleidung mit dem Buchstaben »Q« und der QAnon-Losung »WWG1WGA« (»Where we go one we go all«). Auf Aufzügen der rechten Verschwörungsszene in Frankfurt klingen in Reden häufig QAnon-Bezüge an. Auch wurde dort 2023 monatelang ein Flugblatt verteilt, auf dem ein führender Telegram-Kanal der QAnon-Bewegung in einer Liste »unabhängiger Medien« empfohlen wird.

Im Telegram-Kanal fragunsdoch verband der Betreiber Alexander Quade aus Wetzlar Corona-Leugnung und QAnon-Propaganda. Quade ist seit Mai 2024 in Stuttgart angeklagt, dem »Militärstab« der Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß angehört zu haben, die einen Staatsstreich geplant hatte.