Härle, Carsten

Carsten Härle auf einem Corona-Protest im Frankfurt 2020 und auf dem »Netzwerktag« der Neonazi-Partei Die Heimat (ehemals NPD) am 13. Mai 2023 in Altenstadt (Wetteraukreis). Sein Begleiter zeigt die White-Power-Geste. © P. Jülich, dokunetzwerk rhein-main

Carsten Härle aus Heusenstamm ist ein Verschwörungsideologe und ehemaliger AfD-Politiker, der Neonazis und Reichsbürgern nahe steht. Er wurde 2022 wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er in einem Facebook-Beitrag behauptet hatte, dass »aus den Duschköpfen in den Vernichtungslagern kein Zyklon B heraus gekommen« sei.

In der Anfangszeit der Corona-Proteste drängte Härle medial in den Vordergrund. In Heusenstamm war er die führende Person von »Montagsspaziergängen«, die Ende 2022 eingestellt wurden. Er betrieb den Telegram-Kanal Freiheitsboten Heusenstamm, über den Aktionen der Szene koordiniert wurden. Über den Kanal verbreitete er 2022 ein Video, in dem zum Sprechtext »Sie sind das Virus« jüdische Persönlichkeiten und ein Davidstern eingeblendet werden.

Im Dezember 2022 behauptete er, das Verwaltungsgericht Köln habe in einem Urteil den »Fortbestand des Deutschen Reiches nach 1945« bestätigt. Am 13. Mai 2023 sprach er auf einem neonazistischen »Netzwerktag«, zu dem die Partei Die Heimat eingeladen hatte.

Härle war bis August 2023 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Heusenstammer Stadtparlament. Dann wurde er wegen seiner antisemitischen, rassistischen und den NS verharmlosenden Äußerungen aus der Partei ausgeschlossen. Im September 2023 schied er aus dem Parlament in Heusenstamm aus. Noch im selben Jahr rief er zusammen mit dem ehemaligen AfD-Politiker Wolfgang Gedeon eine Alternative Opposition ins Leben.

Härle ist IT-Unternehmensberater. Unter seiner Firmenadresse in Heusenstamm firmiert Gedeons WMG-Verlag. Darüber hinaus tritt Härle heute politisch kaum noch in Erscheinung.

aktualisiert 22.05.2026