Antifeminismus

In der rechten Verschwörungsszene wird Feminismus als totalitäre Ideologie angefeindet. Im Bild eine Teilnehmerin der »Familien-Schutz-Demo« am 17. September 2023 in Aschaffenburg. © dokunetzwerk rhein-main

Antifeministische Ideologie richtet sich gegen feministische Forderungen und Errungenschaften. Sie ist oft in einem inhaltlichen Komplex mit LGBTQ-Feindlichkeit und der Ablehnung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung verbunden. Insbesondere ist Antifeminismus eine »Brückenideologie«, über die sich Allianzen von konservativen, extrem rechten, verschwörungsideologischen, rechtsesoterischen und religiös-fundamentalistischen Spektren bilden.

In der rechten Verschwörungsszene hat Antifeminismus unterschiedliche Ausprägungen. Gruppen wie ElternStehenAuf sowie die Aschaffenburger »Familien-Schutz-Demos« von 2023 idealisieren die »traditionelle Familie« und reaktionäre Geschlechterbilder. Manche AktivistInnen der Szene inszenieren sich hingegen als selbstbestimmte Frauen, die in der Gesellschaft keine untergeordnete Rolle spielen wollen. Doch auch sie betonen ihre Feindschaft zum Feminismus.

Den unterschiedlichen AkteurInnen ist gemein, dass sie Vorstellungen einer »natürlichen Ordnung« haben und in biologistischer Logik Männern und Frauen bestimmte Eigenschaften und Aufgaben zuschreiben. Frauen in Führungspersonen wird häufig vorgeworfen, dass sich diese vermännlichen würden. Ihnen – und Feministinnen sowieso – wird vorgehalten, keine »echten« Frauen zu sein.

Auch wird Feminismus in Verschwörungsmythen eingepasst. So glauben viele Szeneangehörige, dass es einen Plan »der Eliten« zur Reduzierung der Weltbevölkerung gebe und dass Feminismus wie auch gleichgeschlechtliche Lebensweisen gezielt gefördert würden, um Familien zu zerstören und darüber die Geburtenrate zu senken.

21.01.2026