Amann, Jochen

Jochen Amann am 17. Oktober 2020 als Redner auf einem Corona-Protest in Gelnhausen. Quelle: YouTube

Jochen Amann aus Büdingen (Wetteraukreis) ist seit 2020 eine treibende Kraft der rechten Verschwörungsszene in der Wetterau und Main-Kinzig-Kreis. Er vertritt extrem rechte Positionen und schreibt u.a. für die Klartext-Bürgerzeitung. Er trat für die Gruppe Allianz pro Grundgesetz auf und ist eine zentrale Person der Freiheitsbewegung Main-Kinzig Wetterau, die über ihren Telegram-Kanal massiv rechte Propaganda streut.

Amann saß von 2021 bis 2026 im Büdinger Stadtparlament. Dort war er auf der Liste der AfD eingezogen, doch schon im Sommer 2021 trennte sich die Partei von ihm und Amann war seitdem fraktionsloser Abgeordneter.

Auf seiner Homepage agitiert Amann gegen »verbrecherische Gender-Ideologie« und »unkontrollierte Masseneinwanderung«. Er schreibt über angebliche »Planspiele« und »offenkundige Pläne« der EU, die die »Bildung einer zukünftig eurasisch-negroide[n] Rasse in Europa« und die »Zwangsdurchmischung mit fremden Völkern« zum Ziel hätten. (siehe »Großer Austausch«). Des Weiteren wettert er gegen »Sittenverfall« und beklagt in Reichsbürger-Diktion die angeblich fehlende Souveränität Deutschlands.

Amanns Nähe zu Neonazis wurde u.a. im März 2022 deutlich. In einem Rechtsstreit mit der Stadt Ortenberg (Wetteraukreis) wurde vom Anwalt Peter Richter vertreten, der dem Bundesvorstand der Partei Die Heimat (ehemals NPD) angehört.

Am 24. Februar 2024 führte Jochen Amann, der ein Unternehmen für Gebäudetechnik hat, einen Protestzug in Hanau unter dem Label »Handwerk steht zusammen« an. Seitdem tritt er in der rechten Verschwörungsszene kaum noch exponiert in Erscheinung.

aktualisiert 29.05.2026