
Das Label Gemeinsam für Deutschland (GfD) entstand im März 2025 aus einer rechten Vernetzung in WhatsApp-Gruppen sowie Telegram- und TikTok-Kanälen. GfD verfolgt das Konzept, an einem festgelegten Tag im Monat in jedem Bundesland einen Aufzug durchzuführen. Die Hoffnung, zu einer Massenbewegung zu wachsen, erfüllt sich bislang nicht – im Gegenteil.
Auf Veranstaltungen von GfD wird das typische rechte Themenspektrum bearbeitet: Gegen Linke, Einwanderung und Geschlechterdiversität, für Ordnung und Sicherheit. Es werden die Erzählungen von »Coronalüge« und »Klimalüge«Der Kampf gegen die ökologische Wende und damit einhergehend die Leugnung der Fakten des Klimawandels ist ein Hauptthema der rechten Verschwörungsszene. »Klimalüge«, »Klimahysterie« und »Klimawahn« sind Schlagworte ihrer Propaganda. Auf den Aufzügen wird immer wieder die Klimaschutz-Bewegung angefeindet. Der Spruch »I love CO₂« ist in der Szene verbreitet. Der in der Szene vorherrschende gesellschaftsfeindliche Freiheitsgedanke meint, den eigenen Lebensstil und… Weiterlesen verbreitet und politische Gegner*innen mit dem Faschismus-VorwurfBereits auf den Corona-Protesten war auf Transparenten und Tafeln sowie in Artikel und Reden häufig von »technokratischem Faschismus«, »Konzernfaschismus« oder »Pharmafaschismus« zu lesen und zu hören. Insbesondere werden Personen und Gruppen, die sich gegen Aufzüge der rechten Verschwörungsszene und gegen Verschwörungsdenken an sich wenden, als »Linksfaschisten« und »die wahren Nazis« bezeichnet. Ein Lautsprecher dessen ist der Offenbacher Freidenker Klaus Hartmann,… Weiterlesen überzogen.
Im Rhein-Main-Gebiet fanden zwischen dem 22. März und dem 26. Juli zehn GfD-Aufzüge statt, die zwischen 40 (Frankfurt, 26. Juli) und 500 Teilnehmende (Mainz, 22. März) erreichten. Fast alle Aufzüge mussten aufgrund antifaschistischer Proteste abgebrochen oder verkürzt werden. Aufgrund der Erfolglosigkeit der Auftritte blieben diesen viele »neue Gesichter« fern, die GfD anfangs noch erreichen konnte.
Das Mobilisierungspotential ist im Sommer 2025 weitgehend identisch mit dem der Klartext-BürgerzeitungDie Klartext – Bürgerzeitung für das Rhein-Main-Gebiet ist eine Internetplattform und eine Gratis-Zeitung, die nach eigener Angabe in einer Auflage von über 50.000 Exemplaren verteilt wird. Die achtseitige Zeitung erscheint zweimonatlich. Von Mai 2022 bis Juli 2025 erschienen 20 Ausgaben. Seit der Ausgabe 12 nennt sie sich auch »Bürgerzeitung für das Rhein-Main-Neckar-Gebiet«. Der Kreis um die Zeitung führt häufig rechte… Weiterlesen. An den Aufzügen nehmen auch kleine Gruppen junger Neonazis teil.
Als führende Person von GfD exponiert sich der Darmstädter AfD-Anhänger Thomas BerntThomas Bernt auf dem Aufzug von Gemeinsam für Deutschland am 28. Juni 2025 in Frankfurt. © Dokunetzwerk Rhein-Main Thomas Bernt aus Darmstadt ist der Hauptorganisator des Rhein-Main-Ablegers von Gemeinsam für Deutschland (GfD). Darüber hinaus tritt er bei Versammlungen der Klartext-Bürgerzeitung, von Leuchtturm ARD sowie bei Aktionen zur Unterstützung der Angeklagten im Prozess gegen die Gruppe des Heinrich XIII. Prinz Reuß… Weiterlesen. Er ist in der Durchführung der Versammlungen auf die Kooperation mit Rhein-Main-steht-aufDie Gruppe Rhein-Main-steht-auf (RMSA) prägt seit ihrer Gründung 2021 das Geschehen der rechten Verschwörungsszene im Raum Aschaffenburg, Miltenberg, Offenbach und Hanau. Die Gruppe war aus den Corona-Protesten entstanden und verfügt über beträchtliche personelle und finanzielle Ressourcen sowie über eine Struktur mit verbindlicher Aufgabenverteilung. RMSA führt beständig Aufzüge und kleinere Protestaktionen durch, die sich gegen »Ampelpolitik« und Linke richten. Obwohl RMSA… Weiterlesenund der Klartext-Bürgerzeitung angewiesen. Zum Kreis der Organisatorinnen der Aufzüge von GfD zählen auch Personen aus dem extrem rechten Spektrum wie Michael HetzelDer Hausgerätetechniker Michael Hetzel aus Niedernberg (Lkr. Miltenberg) ist eine führende Person im Netzwerk von Rhein-Main-steht-auf (RMSA). Er meldet häufig deren Aufzüge an und ist eine treibende Kraft der fortschreitenden rechten Radikalisierung von RMSA. Auf seinem Gartengrundstück in Niedernberg finden Vernetzungstreffen der Gruppe statt. Seit längerer Zeit wirbt er offen für die AfD, seit Januar 2025 ist er Beisitzer im… Weiterlesen und Marika HartmannMarika Hartmann aus Hösbach bei Aschaffenburg ist eine Aktivistin der rechten Verschwörungsszene ohne Berührungsängste zu Neonazis. Sie zählt zum Führungskreis von Rhein-Main-steht-auf (RMSA) und zur Trommelgruppe des Reichsbürgers Wolfgang Burkard. Hartmann tritt auf Veranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) in Erscheinung und demonstriert ihre Nähe zu AfD-PolitikerInnen wie Ramona Storm. Am Rande eine Auftritts der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel am 1…. Weiterlesen.
12.08.2025