Westend Verlag

Bestseller des Westend Verlags im April 2026: »Putin« von Jacques Baud, eine Verteidigungsschrift der Politik Putins, »Die Corona-Verschwörung« sowie »Links – Deutsch / Deutsch – Links«, herausgegeben von AutorInnen des rechten Onlineportals Nius. (Screenshot Westend Verlag, 15.04.2026)

Der Westend Verlag mit Sitz in Neu-Isenburg veröffentlicht linke wie rechte Literatur, insbesondere aus den Spektren rechte Verschwörungsszene und Proprietarismus. Der Verlag betreibt mit weiteren Partnern die Online-Vertriebsplattform Buchkomplizen und kooperiert eng mit dem Nachdenkseiten Gesprächskreis Frankfurt am Main.

Der 2004 gegründete Verlag, der bis 2023 seinen Sitz in Frankfurt hatte, galt lange Jahre – auch im eigenen Verständnis –als links. Doch nahm er in den vergangenen Jahren zunehmend rechte Autor*innen und Inhalte auf. Deren häufiges Thema ist die Abrechnung mit »den Eliten«, »den Systemmedien« sowie mit dem von ihnen geprägten vermeintlich linken Zeitgeist. Die Zeitung Neues Deutschland analysiert die Öffnung des Verlags nach rechts als das Ergebnis eines Prozesses, in dem »Herrschaftskritik und das Ringen um eine bessere Welt« durch ein diffuses Rebellentum sowie »verschwörungsideologische Versatzstücke, Affekte und strikt dichotomisches Denken ersetzt wurden«. Etliche linke Autor*innen verließen den Verlag.

Zu den Autor*innen der letzten Jahre zählen u.a. Martin Heipertz (»Merkelismus«, 2024), der Welt-Herausgeber Ulf Poschardt mit seiner rechten Kampfschrift »Shitbürgertum« (2025) sowie die ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar (»Inside Bundestag«, 2026), die Anfang 2026 zu den GründerInnen des proprietaristischen Javier Milei Instituts zählte. Im März 2026 erschien im Verlag das Buch »Links – Deutsch / Deutsch – Links«, das von AutorInnen des rechten Onlineportals Nius herausgegeben wird und in dem durchgängig gegen linke Politik polemisiert wird.

19.04.2026

Siehe auch: Westend-Verlag: Der Weg nach rechts, Neues Deutschland, 27.03.2026