
Das Label Gemeinsam für Deutschland (GfD) entstand im März 2025 aus einer rechten Vernetzung in WhatsApp-Gruppen sowie Telegram- und TikTok-Kanälen. GfD verfolgt das Konzept, an einem festgelegten Tag im Monat in jedem Bundesland einen Aufzug durchzuführen. Die Hoffnung, zu einer Massenbewegung zu wachsen, erfüllt sich bislang nicht – im Gegenteil.
Auf Veranstaltungen von GfD wird das typische rechte Themenspektrum bearbeitet: Gegen Linke, Einwanderung und Geschlechterdiversität, für Ordnung und Sicherheit. Es werden die Erzählungen von »Coronalüge« und »Klimalüge«Der Kampf gegen die ökologische Wende und damit einhergehend die Leugnung der Fakten des Klimawandels ist ein Hauptthema der rechten Verschwörungsszene. »Klimalüge«, »Klimahysterie« und »Klimawahn« sind Schlagworte ihrer Propaganda. Auf den Aufzügen wird immer wieder die Klimaschutz-Bewegung angefeindet. Der Spruch »I love CO₂« ist in der Szene verbreitet. Der in der Szene vorherrschende gesellschaftsfeindliche Freiheitsgedanke meint, den eigenen Lebensstil und… Weiterlesen verbreitet und politische Gegner*innen mit dem Faschismus-VorwurfBereits auf den Corona-Protesten war auf Transparenten und Tafeln sowie in Artikel und Reden häufig von »technokratischem Faschismus«, »Konzernfaschismus« oder »Pharmafaschismus« zu lesen und zu hören. Insbesondere werden Personen und Gruppen, die sich gegen Aufzüge der rechten Verschwörungsszene und gegen Verschwörungsdenken an sich wenden, als »Linksfaschisten« und »die wahren Nazis« bezeichnet. Ein Lautsprecher dessen ist der Offenbacher Freidenker Klaus Hartmann,… Weiterlesen überzogen.
Im Rhein-Main-Gebiet fanden seit März zwöf GfD-Aufzüge statt, die zwischen 30 (Frankfurt, 27. September) und 500 Teilnehmende (Mainz, 22. März) erreichten. Einige Aufzüge mussten aufgrund antifaschistischer Proteste abgebrochen oder verkürzt werden. Zunehmend blieben den Veranstaltungen »neue Gesichter« fern, die GfD anfangs noch erreichen konnte. Das Mobilisierungspotential ist weitgehend identisch mit dem der Klartext-Bürgerzeitung. Es nehmen auch kleine Gruppen junger Neonazis teil.
Als führende Person von GfD exponiert sich der Darmstädter AfD-Anhänger Thomas BerntThomas Bernt auf dem Aufzug von Gemeinsam für Deutschland am 28. Juni 2025 in Frankfurt. © Dokunetzwerk Rhein-Main Thomas Bernt aus Darmstadt ist Hauptorganisator des Rhein-Main-Ablegers von Gemeinsam für Deutschland (GfD). Darüber hinaus meldet er immer wieder eigene Aktionen an, an denen oft nur ein bis zwei Dutzend Personen teilnehmen. Unter dem Label »Miteinander für Hessen« veranstaltet er seit August… Weiterlesen. Er ist in der Durchführung der Versammlungen auf die Kooperation mit Rhein-Main-steht-aufDie Gruppe Rhein-Main-steht-auf (RMSA) entstand aus den Corona-Protesten und prägte von 2021 bis Ende 2025 das Geschehen der rechten Verschwörungsszene im Raum Aschaffenburg-Miltenberg-Hanau. RMSA bearbeitete das gesamte rechte Themenspektrum und bekannte sich bis Herbst 2025 zur AfD. Die Gruppe verfügte zeitweise über beträchtliche personelle und finanzielle Ressourcen sowie über eine Struktur mit verbindlicher Aufgabenverteilung. Nachdem sich 2023 mehrere Personen aus… Weiterlesenund der Klartext-Bürgerzeitung angewiesen. Ein weiterer führender Aktivist ist Peter Schunck aus Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis). Zum Kreis der Organisatorinnen von GfD-Aufzügen zählen auch Personen aus dem extrem rechten Spektrum wie Marika HartmannMarika Hartmann aus Hösbach bei Aschaffenburg ist eine Verschwörungsideologin aus dem Führungskreis von Rhein-Main-steht-auf (RMSA). Sie exponiert sich darüber hinaus auf Veranstaltungen der AfD sowie auf Aufzügen von ReichsbürgerInnen und Neonazis. Auf der »Silvester-Demo« der rechten Szene 2025 in Aschaffenburg trat sie als Versammlungsleiterin auf. Als Trommlerin in der Gruppe von Wolfgang Burkard begleitet Hartmann rechte Aufzüge in ganz Deutschland…. Weiterlesen und Michael HetzelMichael Hetzel war von 2021 bis Ende 2025 die führende Person von Rhein-Main-steht-auf (RMSA). Er meldete häufig deren Aufzüge an und war treibende Kraft dessen rechter Radikalisierung. Von Januar bis Juli 2025 war er Beisitzer im Bezirksvorstand der AfD in Unterfranken, trat jedoch von dem Posten zurück und aus der Partei aus, nachdem seine Anbindung an die Neonaziszene öffentlich wurde…. Weiterlesen.
aktualisiert 25.10.2025