Rechtsterror-Prozess beginnt in Frankfurt

Wie die Hessenschau berichtet, begann vor dem Frankfurter Landgericht am Dienstag, dem 14. Mai 2024, der Rechtsterror-Prozess gegen einen 27-jährigen Frankfurter, der im April 2023 festgenommen worden war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie diverse Verstöße gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollgesetz vor.

Der Angeklagte, Marcel Jordi Caballero Lopez, wurde am 26. Juli 1996 in Frankfurt geboren und besuchte die Schule am Ried in Bergen-Enkheim. Unter seinem Klarnamen und Angabe seiner tatsächlichen Wohnanschrift betrieb er die Webseite »kampfmittel.com«, auf der er neben anderen Plattformen illegalem Waffenhandel nachging, durch den er laut Anklageschrift insgesamt über 4.000 Euro Gewinn erzielte. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft in der JVA Frankfurt.

Öffentlich einsehbares Impressum der Webseite »kampfmittel.com« unter Angabe des Klarnamens und der Wohnanschrift: So vertrieb Marcel Caballero Lopez Waffen und Waffenteile.

Der Angeklagte verfolgte die Tag-X-Ideologie und plante, Jüd*innen, Muslim*innen, Grüne, Linke und Angehörige der LGBTQ-Communtiy mit Bomben zu ermorden. Seine ideologische Vorstellung ist ein NS-Führerstaat. Als Sondengänger besuchte Caballero Lopez unter anderem die ehemalige Munitionsanstalt der Luftwaffe der Wehrmacht »Muna« in Münster-Breitefeld (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Dort wurde er mit seinem Metalldetektor fündig und brachte diverse Bodenfunde im elterlichen Auto in drei verschiedene Depots im Frankfurter Stadtgebiet, neben dem Mehrfamilienhaus am Ortsrand von Bergen-Enkheim auch in einer Kleingartenanlage am Seehofpark zwischen Frankfurt-Sachsenhausen und Frankfurt-Oberrad. Insgesamt wurde ein regelrechtes Arsenal an Sprengstoffen, Bomben und Granaten bei ihm aufgefunden, darunter auch eine Splitterbombe, die an einer Nylonschnur unter der Decke seines Zimmers baumelte, sowie eine Sprengbombe aus US-Herstellung mit 68 Kilogramm Wirkladung, die er in der Nähe der B 521 bei Bergen-Enkheim vergraben hatte. Auch NS-Devotionalien wurden bei ihm gefunden.

Der Fall eines Sondengängers mit Tag-X-Fantasien und einem großen Waffenarsenal wirft Parallelen zum Fall des ehemaligen Soldaten Tim Frankenbach aus Glashütten-Schloßborn (Hochtaunuskreis) auf. Frankenbach war Ende September 2023 vom Landgericht Frankfurt zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Caballero Lopez wollte sich am ersten Verhandlungstag nicht zu den Vorwürfen einlassen; seine Verteidigerin Annemarie Pospisil kündigte an, eine mögliche Einlassung werde lediglich schriftlich und ohne Möglichkeit der Nachfrage erfolgen. Der Beweiswert einer solchen Einlassung wird allgemein als niedrig eingeschätzt.

Die nächsten Prozesstermine sind auf den 3., 4. und. 5 Juni angesetzt. Der Prozess ist öffentlich.