Großer Austausch, Umvolkung

Tafel auf einem rassistischen Aufzug von Rhein-Main-steht-auf am 26. Januar 2025 in Aschaffenburg. © dokunetzwerk rhein-main

Hinter den Begriffen »Großer Austausch«, »Bevölkerungsaustausch« und »Umvolkung« steht der Glaube, dass ein von langer Hand geplanter Austausch der weißen, europäischen Bevölkerung zugunsten »fremder« und muslimischer Einwanderer*innen stattfinden würde. Dieser Verschwörungsmythos ist rassistisch wie antisemitisch besetzt. Demnach wolle eine »globalistische Elite« die Kulturen und »Völker« des westlichen Europas auflösen, um identitätslose Einheitsmenschen zu schaffen.

Die Einwanderung aus dem Süden und Osten wird als kriegerische Handlung und »Waffe gegen Deutschland« beschrieben, was rassistische Ausgrenzung und Gewalt legitimieren soll. Etliche rassistische Gewaltverbrechen in verschiedenen Ländern wurden von den Tätern mit dem angeblich stattfindenden »Großen Austausch« begründet.

Etliche ProtagonistInnen der rechten Verschwörungsszene beziehen sich auf diese Erzählung. So die Aschaffenburger AfD-Landtagsabgeordnete Ramona Storm, der Büdinger Jochen Amann und die Identitäre Bewegung. Bruno Stenger von Aschaffenburg steht auf schreibt über einen »Bevölkerungsaustausch«, Wolfgang Hübner von den Bürgern für Frankfurt über eine »Umvolkung« und einen »Teilaustausch des deutschen Volkes«, die derzeit stattfinden würden.

Der Mythos vom »Großen Austausch« wird kaum verklausuliert auch von den Freiheitsfreunden Frankfurt und von Querdenken verbreitet. Auf ihren »Friedensmärschen« im Dezember 2023 in Frankfurt hieß es in einer dort abgespielten Rede, dass »unkontrollierte Massenmigration als gezielter Baustein zur Zerstörung Deutschlands« eingesetzt werde.

aktualisiert 28.01.2025